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Dominantes Auge und Kontaktlinsen

Dominantes Auge und Kontaktlinsen

Warum hat man ein dominantes Auge?

Das dominante Auge ist in vielerlei Hinsicht das stärkere Auge, denn es erkennt Objekte schneller und unterdrückt teilweise sogar Eindrücke des untergeordneten Auges. Da unsere Augen einige Zentimeter voneinander entfernt in unserem Gesicht liegen, nehmen sie leicht versetzte Bilder unserer Umgebung wahr. Diese müssen für ein klares Bild übereinander gelegt und zu einem einheitlichen Bild verarbeitet werden. Das dominante bzw. führende Auge liefert in diesem Prozess den größeren Anteil an Informationen an das Gehirn und dominiert somit unsere Wahrnehmung. Es liefert allerdings nicht nur mehr Informationen, sondern es liefert diese auch schneller. Das dominante Auge kann bis zu 14 Millisekunden schneller Reize an das Gehirn übermitteln. Bei gesunden Augen, die als gutes Team zusammenarbeiten, haben in der Regel trotzdem beide Augen ähnliche Sehwerte und der Unterschied fällt im Alltag gar nicht auf.

Welches ist mein dominantes Auge?

Jeder Mensch hat ein dominantes Auge, doch woher wissen wir, welches das ist? Wie erkenne ich mein dominantes Auge? Dafür gibt es ganz einfache Tests:

  1. Der Daumenpeiltest
    1. Fokussieren Sie einen Gegenstand, wie etwas eine Wanduhr, einen Türknauf oder eine Straßenlaterne, mit beiden Augen.
    2. Strecken Sie Ihre Hand aus und halten Sie Ihren Daumen vor den Gegenstand. Der Daumen muss dafür nicht fokussiert werden und kann ruhig etwas verschwimmen.
    3. Schließen Sie ein Auge. Liegt Ihr Daumen immer noch auf dem Gegenstand?
      Wenn ja: Dieses Auge ist Ihr dominantes Auge.
      Wenn nein: Dieses Auge ist Ihr nicht dominantes Auge.
    4. Zur Überprüfung können Sie auch noch einmal Ihr anderes Auge schließen, um zu sehen, ob es bei diesem anders ist.

    Wenn Sie sich wirklich sicher sein möchten, können Sie den Test auch noch einmal mit Ihrer anderen Hand durchführen. Der Test ist zwar meistens genau, doch Voraussetzungen wie die Händigkeit (Ihre dominante Hand) und andere nicht-visuelle Faktoren können das Ergebnis verfälschen.

  2. Der Entfernungstest
    1. Sie brauchen zwei Blätter Papier. Aus einem schneiden Sie ein Daumennagel-großes Loch, auf das andere schreiben Sie einen Buchstaben.
    2. Nun hängen Sie das Blatt mit dem Buchstaben an die Wand, gehen zwei Schritte zurück und halten das Blatt mit dem Loch mit ausgestreckten Armen vor sich. Lassen sie beide Augen offen und fokussieren Sie den Buchstaben an der Wand durch das Loch.
    3. Bitten Sie einen Freund oder ein Familienmitglied Ihnen zuerst das eine und dann das andere Auge zu zuhalten.

    Das Auge mit dem sie den Buchstaben sehen, ist Ihr dominantes Auge.

Welches ist mein dominantes Auge?

Was ist eine Kreuzdominanz?

Wenn Sie eine Kreuzdominanz haben, sind beispielsweise Ihre rechte Hand und Ihr linkes Auge dominant. Das ist nicht besonders häufig, denn 90% der Menschen sind Rechtshänder:innen und ca. 67% der Menschen rechtsaugendominant. Damit ist die Wahrscheinlichkeit einer Rechtsaugendominanz bei einer rechtshändigen Person 2,5-mal größer, als eine Linksaugendominanz. Was eine Kreuzdominanz für Auswirkungen hat oder ob diese überhaupt bemerkbar sind, konnten Wissenschaftler:innen bisher allerdings noch nicht feststellen. Es wird jedoch angenommen, dass Sportarten wie Bogenschießen oder Dart, Personen mit Kreuzdominanz schwerer fallen. Viele Sportschützen fragen sich deshalb, ob sich das dominante Auge umtrainieren lässt. Es gibt allerdings keinen Grund zur Annahme, dass das funktioniert und nicht möglicherweise sogar die Fixierung des Ziels behindert.

Was ist eine Kreuzdominanz?

Kann ich kein dominantes Auge haben?

Kein dominantes Auge zu haben, wäre sehr ungewöhnlich. Ergibt sich bei wiederholten Tests kein klarer Unterschied, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine gemischte Dominanz. Bei dieser gemischten bzw. alternierenden Dominanz übernehmen beide Augen teilweise unterschiedliche Funktionen des dominanten Auges. Grundsätzlich unterscheidet sich - genau wie bei der Händigkeit - der Grad der Dominanz, bei jedem Menschen. Einige Menschen haben vielleicht ein besonders dominantes Auge, während die Dominanz bei anderen sehr viel weniger ausgeprägt sein kann. Einige empfangen also sehr viel mehr Informationen von ihrem dominanten Auge und bei anderen ist das Verhältnis ausgeglichener. Personen, die ein weniger ausgeprägte Dominanz haben, tun sich zum Beispiel auch mit Kreuzdominanz beim Bogenschießen etc. nicht unbedingt schwerer. Ähnlich ist es, dass einige Menschen sowohl mit der linken als auch mit der rechten Hand einen Ball gezielt werfen können, während andere Menschen mit ihrer untergeordneten Hand kaum simple motorische Aufgaben erledigen können. Wissenschaftler gehen davon aus, dass bei einigen Menschen die Dominanz der Augen auch wechselnd sein kann oder nicht vollständig ausgeprägt ist. Ein dominantes Auge ist für das Sehen mit zwei Augen jedoch im Allgemeinen notwendig.

Dominantes Auge bei Kontaktlinsen

Bei den meisten Kontaktlinsenarten spielt das dominante Auge keine Rolle. Bei einigen multifokalen Kontaktlinsen kann diese Information allerdings abgefragt werden. Hierbei handelt es sich um Gleitsichtlinsen für das Sehen in Nähe, Ferne und im Zwischenbereich. Bei der Kontaktlinse Typ D, handelt es sich um die Linse für Ihr dominantes Auge. Diese hat den Fernbereich in der Mitte der Linse. Bei der Linse Typ N, ist der Nahbereich mittig auf der Linse, denn diese ist für Ihr Nicht dominantes Auge gedacht. Falls diese Information also im Bestellvorgang gefragt wird, wissen Sie, was zu tun ist!

Dominantes Auge bei Kontaktlinsen

Von unserem Optik-Team geprüft:

Co-Autorin: Elke Fröhlich

Augenoptikermeisterin

Elke Fröhlich ist Augenoptikermeisterin und die Kontaktlinsenspezialistin von Lensbest. Neben der engagierten Beratung unserer Kunden ist Elke Fröhlich für die regelmäßigen Schulungen unserer Medizinprodukteberater zuständig.

Multifokale Kontaktlinsen