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Makuladegeneration

Makuladegeneration

Was versteht man unter Makuladegeneration?

Die altersbedingte oder altersabhängige Makuladegeneration, kurz AMD, ist mit etwa 4,5 Millionen erkrankten Menschen in Deutschland eine der häufigsten Augenerkrankungen. Eine AMD entwickelt sich in den meisten Fällen schleichend ab dem 60. Lebensjahr und ist die häufigste Ursache für eine Erblindung im Erwachsenenalter. Im Verlauf der Krankheit wird der wichtigste Teil der Netzhaut zerstört, sodass ein scharfes Sehen nicht mehr möglich ist. Bei einer frühzeitigen Behandlung lässt sich diese Augenerkrankung aber durch die richtigen Medikamente und Eingriffe verzögern.

Wie entsteht eine altersbedingte Makuladegeneration (AMD)?

Die Makula lutea oder auch ‚gelber Fleck‘ ist der Ort des schärfsten Sehens und liegt im Zentrum der Netzhaut. An dieser Stelle befinden sich besonders viele Lichtsinneszellen, die das scharfe Sehen in Farbe ermöglichen. Ohne die Makula würde die Umwelt nur schemenhaft wahrgenommen werden, es wäre nicht möglich zu lesen oder Gesichter zu erkennen.

Bei etwa 75% der Betroffenen der altersabhängigen Makuladegeneration handelt es sich um eine sogenannte trockene Makuladegeneration (nicht-neovaskuläre), bei der die Abfallprodukte der Fotorezeptoren nicht ausreichend abtransportiert werden und an einigen Stellen sogenannte Drusen bilden, durch die das retinale Pigmentepithel beschädigt wird. Die trockene Makuladegeneration schreitet nur sehr langsam voran, kann aber jederzeit in eine feuchte Makuladegeneration übergehen.

Bei der feuchten Makuladegeneration (neovaskulär) handelt es sich fast immer um eine Folgeerkrankung der trockenen Makuladegeneration. Das durch die Drusen beschädigte retinale Pigmentepithel erzeugt Lücken in den Membranen unter der Netzhautschicht. Zusätzlich wird die Blutversorgung durch die Aderhaut gestört und die Netzhaut an den betroffenen Stellen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Dieser entstandenen Sauerstoffunterversorgung versucht der Körper entgegenzuwirken, indem die Neubildung von kleinen Blutgefäßen angeregt wird. Die neuen Gefäße wachsen jedoch auch durch die Membranlücken unter der Netzhaut, was zu einer Netzhautablösung führt, die wiederum zu einer Sehstörung und vollständigen Erblindung führen kann. Daher verläuft die feuchte Makuladegeneration wesentlich schneller und gefährlicher als die trockene.

Entstehung einer Makuladegeneration

Welche Symptome deuten auf eine Makuladegeneration hin?

Allgemein lässt sich sagen, dass die altersbedingte Makuladegeneration zu einem langsamen und schmerzfreien Verlust der Sehkraft führt. Häufig bleibt die Erkrankung eine lange Zeit unerkannt, da es im Frühstadium vorkommen kann, dass zunächst nur ein Auge betroffen ist, sodass die Sehausfälle von dem gesunden Auge ausgeglichen werden können.

Die ersten Symptome einer trockenen Makuladegeneration werden häufig beim Lesen wahrgenommen, wenn die Mitte des Textes leicht verschwommen, verzerrt oder wie von einem grauen Schatten überlagert erscheint. Beginnend mit einem kleinen Punkt vergrößerte sich der Bereich der Beeinträchtigung langsam. In einem späteren Stadium der Erkrankung kommt es häufig vor, dass das Zentrum des Gesichtsfeldes leer oder als grauer Fleck erscheint.

Bei einer feuchten Makuladegeneration zeigen sich die Symptome in Form von springenden Buchstaben oder in der Form, dass gerade Linien als wellenförmig wahrgenommen werden.

Symptome einer Makuladegeneration

Wie wird eine Makuladegeneration diagnostiziert?

Eine erste Selbstdiagnose ermöglicht der sogenannte Amsler-Gitter-Test. Bei einem normalen Leseanstand von 30 – 40 cm wird ein eingezeichneter Punkt in der Mitte eines Karo-Papiers mit einem Auge fixiert, während das andere Auge abgedeckt wird. Im Anschluss werden die Augen gewechselt. Sieht die Testperson hierbei zum Beispiel dunkle oder verschwommene Stellen, verbogene oder verzerrte Linien, Löcher oder unterschiedlich große Kästchen, sollte sie schnellstmöglich einen Augenarzt aufsuchen, um nach einer entsprechenden Diagnose frühzeitig mit der Behandlung zu beginnen.

Wie wird eine Makuladegeneration behandelt?

Eine Behandlung, welche die Erkrankung heilt, gibt es nicht. Allerdings gibt es Möglichkeiten das Voranschreiten zu verhindern oder immerhin zu verzögern.

Bei einer trockenen Makuladegeneration wird versucht die Schädigung des retinalen Pigmentepithels zu verhindern durch die Aufnahme von Zink- und Kupferoxid, Vitamin C, E, B6, B12, Beta-Carotin oder Folsäure. Ein allgemein gesunder Lebensstil in Form von gesunder Ernährung, Bewegung und dem Verzicht auf Nikotin wirkt unterstützend, da es so zu weniger schädlichen Ablagerungen kommt.

Bei der feuchten Makuladegeneration besteht der erste Schritt daraus die neugebildeten Gefäße zu zerstören, um so die Sehschärfe zu verbessern. Im weiteren Verlauf werden VEGF-Hemmstoffe verwendet, um einen weiteren Wachstum der krankhaften Gefäße zu stoppen.

Für die Steigerung der Lebensqualität bei einer fortgeschrittenen AMD gibt es zusätzliche stark vergrößernde Sehhilfen, diese sollten mit Hilfe von einem fachkundigen Augenoptiker ausgesucht werden, da sie je nach Stadium der Erkrankung und Einsatzzweck stark variieren.

Vorbeugung einer Makuladegeneration

Wie kann einer Makuladegeneration vorgebeugt werden?

Heutzutage ist die Makuladegeneration zu einer Volkskrankheit geworden. Zur Vorbeugung wird stets zu einem gesunden Lebensstil geraten. Außerdem sind regelmäßige Besuche bei einem Augenarzt enorm wichtig, damit die Erkrankung vor den eintretenden Symptomen diagnostiziert und mit einem frühzeitigen Behandlungsplan verzögert oder sogar verhindert werden kann.

Außerdem gibt es einige Studien, die darauf hinweisen, dass das blaue Licht, das von der Sonne, LED-Lampen und digitalen Geräten ausgestrahlt wird, eine altersbedingte Makuladegeneration begünstigen kann. Allerdings spielen bei der Entwicklung der Makuladegeneration viele verschiedene Risikofaktoren eine tragende Rolle, sodass noch mehr Forschung benötigt wird, um zu bestimmen, wie viel Blaulicht zu viel für die Netzhaut ist. Um einen Teil des blau-violetten Lichts* zu filtern, können Sie eine Brille mit Blaulichtfilter oder Kontaktlinsen mit Blaulichtfilter tragen.

*Blau-violettes Licht liegt zwischen 400 und 455 Nanometern, wie in ISO/TR 20772:2018-10 angegeben.

Von unserem Optik-Team geprüft:

Co-Autorin: Elke Fröhlich

Augenoptikermeisterin

Elke Fröhlich ist Augenoptikermeisterin und die Kontaktlinsenspezialistin von Lensbest. Neben der engagierten Beratung unserer Kunden ist Elke Fröhlich für die regelmäßigen Schulungen unserer Medizinprodukteberater zuständig.

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