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Netzhautablösung

Netzhautablösung

Was versteht man unter einer Netzhautablösung?

Bei einer Netzhautablösung, auch Ablatio retinae oder Amotio retinae genannt, löst sich die obere Schicht der Netzhaut von der unteren ab. Diese Unterbrechung der Verbindung sorgt für ein Absterben der Sinneszellen und damit verbundene, teilweise irreparable, Schäden. Daher ist es außerordentlich wichtig bei den ersten Symptomen direkt eine(n) Art/Ärztin zu konsultieren, denn je früher eine Netzhautablösung behandelt wird, desto höher sind die Genesungschancen. Unbehandelt kann diese Erkrankung zu einer vollständigen Erblindung führen.

Wer ist besonders gefährdet?

Eine Netzhautablösung ist eine relativ seltene Erkrankung des Auges, so gibt es jährlich ‚nur‘ rund 10.000 Betroffene. Bei der Hauptrisikogruppe handelt es sich um Menschen im Alter zwischen 45 und 65 Jahren. Darüber hinaus gibt es bestimmte Risikofaktoren, die eine Netzhautablösung begünstigen. Dazu zählen unter anderem:

  • Operationen am Auge (Grauer Star)
  • wiederholte Entzündung des Auges
  • unfallbedingte Verletzungen
  • bestimmte Erkrankungen wie Retinophatie, Frühgeborenenretinophatie oder Morbus Coats
  • Kurzsichtigkeit (Myopie)

Bei einer Kurzsichtigkeit beispielsweise ist der Augapfel bereits zu lang, weswegen die Netzhaut einer größeren Spannung ausgesetzt ist und dementsprechend einfacher einreißen kann. So sind etwa 0,2% der allgemeinen Bevölkerung von einer Netzhautablösung betroffen, aber mehr als 7% der Kurzsichtigen. Risikopatienten sollten sich regelmäßige augenärztlichen Untersuchungen unterziehen, damit eine krankhaft veränderte Netzhaut schnellstmöglich entdeckt und behandelt werden kann. Symptome eine Netzhautablösung. Es gibt verschiedene Symptome, die auf eine Netzhautablösung hindeuten, dazu zählen unter anderem:

  • Lichtblitze (Photopsien)
  • Schwarze Punkt oder Flocken, auch „Rußregen“ oder „fliegende Mücken“ genannt, die sich zu bewegen scheinen
  • Gesichtsfeldausfall (Skotom)

Der Gesichtsfeldausfall breitet sich bei einer Netzhautablösung meist wie ein schwarzer Schatten langsam aus. Bei kleineren Netzhautablösungen oder wenn die Ablösung in den Randgebieten des Auges startet kann die Erkrankung zunächst völlig symptomfrei verlaufen, daher ist es umso wichtiger, für die zur Risikogruppe zählenden Menschen, regelmäßig ärztliche Checks wahrzunehmen.

Der Aufbau des menschlichen Auges

Bestandteile unseres Auges

Unser Auge ist ein sehr komplexes Sinnesorgan. Um Ihnen so verständlich wie möglich die Ursachen einer Netzhautablösung zu erklären, haben wir zunächst die Teile des Auges, die in diesen Prozess am Stärksten involviert sind, kurz zusammenfassend dargestellt.

  • Netzhaut (Retina): Die Netzhaut beschichtet die Augeninnen- bzw. Rückseite des Auges. Sie besteht vor allem aus Sinneszellen, die für die Registrierung, Verarbeitung und Weiterleitung von Sehinformationen verantwortlich sind und ist daher extrem empfindlich. Sie ist zwischen 0,1 und 0,5 mm dick und besteht aus zwei übereinanderliegenden Schichten:
    1. Stratum nervosum (innere Schicht): enthält die Nervenzellen
    2. Stratum pigmentosum (äußere Schicht): für die Ernährung verantwortlich

Zwischen diesen Schichten befindet sich ein mit Flüssigkeit gefüllter Spalt, dessen Unterdruck die beiden Schichten ansaugt.

  • Glaskörper (Corpus vitrum): Der Glaskörper, bestehend aus einer gelartigen Flüssigkeit, füllt das Augeninnere zwischen Linse und Netzhaut aus und ist außerordentlich wichtig für die Stabilisierung des Augapfels. Bei einem gesunden Auge erzeugt diese Flüssigkeit einen Augeninnendruck, der eine Ablösung und das Zusammenfallen der umliegenden Schichten verhindert. Mit zunehmendem Alter jedoch schrumpft der Glaskörper.
  • Aderhaut (Choroidea): Die Aderhaut ist von zahlreichen Blutgefäßen und Kapillaren durchzogen. Sie versorgt die darüber liegende Netzhaut mit denen im Blut enthaltenden Nährstoffen und Sauerstoff.

So entsteht eine Netzhautablösung
Eine Netzhautablösung kann auf verschiedene Ursachen zurückzuführen sein und dementsprechend auf verschiedene Arten entstehen:

  • Die Rhegmatogenen Amotio, die „rissbedingte“ Netzhautablösung, tritt mit Abstand am häufigsten auf. Hierbei entstehen zunächst kleine Risse in der Retina. Diese Risse werden häufig durch den Glaskörper verursacht. Aufgrund altersbedingten Flüssigkeitsverlustes zum Beispiel fällt der Glaskörper in sich zusammen und reißt so ein Loch in die Netzhaut. Auch Schläge auf das Augen können einen solchen Riss verursachen (traumatisch bedingter Netzhautriss). Durch diese kleinen Risse dringt Flüssigkeit aus dem Augapfel zwischen die beiden Netzhautschichten, wodurch sich die obere Netzhautschicht hebt und die Sinneszellen langsam absterben.
  • Die traktionsbedingte („zugkraftbedingte“) Netzhautablösung wird auch die komplizierte Netzhautablösung genannt. Hierbei bewirken strumpfende Bindegewebsstränge das Wegziehen der oberen Retinaschicht von der unteren und der damit einhergehenden Ablösung der beiden voneinander. Diese Ablösung entsteht häufig im Rahmen von Erkrankungen, bei denen sich krankhaftes Bindegewebe im Inneren des Auges bildet. Beispiele für solche Erkrankungen sind: Diabetische Retinophatie, Netzhautvenenverschlüsse, Frühgeborenenretinophatie, Netzhautnekrose oder Grauer Star.
  • Bei der exsudativen („flüssigkeitsbedingten“) Netzhautablösung tritt aus den Gefäßen der Aderhaut Flüssigkeit aus und gelangt zwischen die beiden Netzhautschichten, macht den Unterdruck zu Nichte und löst so die beiden Retinaschichten voneinander ab. Zu dem Flüssigkeitsaustritt kommt es häufig durch Entzündungen oder Tumoren in der Aderhaut.
  • Eine traktionsbedingt-rhegmatogene Netzhautablösung kommt häufig dadurch zu Stande, dass eine Wucherung des Bindegewebes einen Zug verursacht, welcher die Netzhaut einreißt. Diese Kombination aus einem Riss in der Netzhaut und dem Zug durch Bindegewebsstränge kommt besonders häufig bei Diabetikern vor.

Netzhautablösung Behandlung

Wie eine Netzhautablösung behandelt wird

Bislang gibt es keine medikamentöse Therapie. Allerdings gibt es verschiedene operative Eingriffe, die die obere Retinaschicht wieder an die untere anlegen. Diese Eingriffe unterscheiden sich stark, abhängig von der Ursache der Ablösung. Befindet sich die Erkrankung im Anfangsstadium und es ist lediglich ein kleiner Riss oder eine geringe Netzhautablösung zu erkennen gibt es zusätzlich die Möglichkeit die obere Netzhautschicht mittels eines speziellen Lasers (Photokoagulation) oder einer Kältesonde (Kryopexie) wieder mit der unteren Schicht zu verbinden. Diese Behandlung verbindet die beiden Schichten zwar wieder fest miteinander allerdings bleibt der Riss bestehen. Da die Netzhaut um den Schaden herum aber fest fixiert ist muss der Patient meist nur einen geringen Sehverlust in Kauf nehmen. Je weiter der Riss und damit die Ablösung vom gelben Fleck – „dem Ort des schärfsten Sehens“ – entfernt ist, desto größer die Chance, dass überhaupt kein merklicher Schaden zu Stande kommt. Wie bereits am Anfang erwähnt: Je früher die Behandlung startet, desto größer sind die Genesungschancen – augenärztlichen Kontrollen sind für Risikopatienten also Pflicht.



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